Barschangeln im Winter

5 Tipps zum Barschangeln im Winter

Barschangeln im Winter ist keine einfache Sache. Selbst in Gewässern wo man in den anderen Jahreszeiten sehr viele Barsch fängt, wird dies im Winter zur Herausforderung. Jedoch verschwinden die Barsche nicht einfach und sie hören auch nicht auf zu fressen. Sie sind immer noch da und dadurch sind sie auch noch an den Haken zu bekommen. Um im Winter erfolgreich auf Barsch zu sein, haben wir 5 wichtige Tipps zusammengestellt, die jeder Angler berücksichtigen sollte. Also los:

Wo sind die Barsche im Winter ?

Barsche im Winter

Im Winter stehen Barsche oft konzentriert. Das gilt dann auch für die Angler

Wer die Barsche im Winter an ihren alteingesessenen Standorten vermutet, der wird meist als Schneider nach Hause fahren. Denn Barsche wandern, wenn die Temperaturen fallen, in die tieferen Wasserregionen ab und lassen dabei die bekannten Barschberge hinter sich. In stehenden Gewässern sind sie dann häufig am Grund des Gewässers zu finden, wo die Wassertemperatur mit 4 °C am wärmsten ist. Dort sammeln sie sich gern zu großen Schwärmen zusammen. Dies Verhalten hilft beim Angeln, denn wo ein Barsch ist da sind auch noch Andere. Barschangeln im Winter bedeutet also erstmal Barsche suchen.

Wer also einen Barsch fängt, der sollte die Stelle nicht verlassen, sondern kann meist auch noch andere Barsch aus dem Schwarm plücken. Dabei sollte bedacht werden, dass die Fische sich nicht wie im Sommer auf so ziemlich alles stürzen was sich bewegt, sondern ihr Jagdverhalten und ihren Kraftaufwand – aufgrund der geringen Wassertemperatur – gut einteilen. Daher ist ein Platz nach 20 Würfen ohne Biss nicht unbedingt leergefischt. Vielmehr kann ein Strategie – oder Köderwechsel die trägen Räuber motivieren oder auch einfach etwas mehr Geduld zum Fisch verhelfen.

Absolute Hotspots zum Barschangeln im Winter sind Mündungsbereiche in Gewässern und das am besten dort, wo einfließendes, wärmeres Wasser einen Temperaturunterschied bewirkt. Diese Bereiche sind besonders fängig, da sich hier die Beutetiere der Barsche sammeln und die Barsche Ihnen folgen.

In Flüssen hingegen wird das Wasser häufig nicht ganz so kalt wie in stehenden Gewässern. Sie sind meist nicht so tief und haben eine stärkere Strömung. Hier sind die Barsche vor allem in den strömungsärmeren Bereichen anzutreffen: Altarme, kleine Buchten und Spundwände sind ideale Aufenthaltsorte für Flussbarsche im Winter in der kalten Jahreszeit. Auch hier halten sich die Räuber meist am Grund oder kurz darüber auf.

Barsch mit großen Ködern

Bild: Barsch mit großem Köder im Maul

Auch wenn sich ein 10 cm langer Gummifisch für Barsch zunächst zu groß anhört, sind diese Längen dennoch das richtige Rezept um die Barsche im Winter zu motivieren. Im Winter versuchen die Stachelritter, wie alle anderen Raubfische auch, Energie zu sparen und bewegen sich im Winter erst dann, wenn die Beute sich so richtig lohnt. Zudem haben die natürlich vorkommenden Beutefische der Barsche in dieser Jahreszeit in etwa die Größe. Köder die dem natürlichen Nahrungsspektrum ähneln sind meist fängiger als abweichende Farben, Formen oder Größen. Egal ob Wobbler, Spinner oder Gummiköder – große Köder fangen die Barsche im Winter einfach besser.

Barsche im Winter – mit wenig Aktion zum Erfolg

Kleine, natürlich wirkende Gummifische ohne Aktion fangen super Barsche

Nun könnte man vermuten, dass immer stärkere Reize die winterträgen Fische schlussendlich zu Bissen motivieren könnten, jedoch ist oft das Gegenteil der Fall. Eine ruhigere Gangart unter Wasser ist oft der der erfolgversprechende Weg. Schnelles Einkurbeln von Action Shads mit kurzen Pausen bringt selten Erfolg. Solche Köder werden zwar wahrgenommen, jedoch im Winter nur selten attackiert. Die Energiekosten für die Verfolgung eines so schnellen Köders scheinen einfach zu hoch und das Risiko, Energie zu vergeuden, ist für Barsche im Winter zu hoch. Hier bieten sich langsam geführte, aktionsärmere und nicht zu naturnahe Köder an. Dazu zählen unter anderem No Action Shads mit V Schwänzen, die langsam geführt und am leichten Jigkopf angeboten werden. Durch die leichten Köpfe verlängert sich die Absinkphase und die Barsche haben mehr Zeit um den Köder zu attackieren.

Barsch mit Naturköder

Bild: Wurm im Maul von Barsch

In der heutigen Angelei liegt der Fokus klar auf dem Kunstköder. Dabei wird häufig vergessen, dass Naturköder besonders fängig sind. Naturköder bestechen nicht nur durch Ihre Form, Farbe und Größe, sondern auch durch ihren Geruch, der ein zusätzlicher Reiz auf die Räuber ausübt. Egal ob Wurm oder toter Köderfisch – Naturköder können den Unterschied machen. Ein absoluter Barschgarant im Winter ist der Wurm. Dieser riecht nicht nur, sondern zuckt auch noch heftig und reizt die Barsche zum so zum Biss. Angelt man auf Barsche im Winter mit Köderfischen, dann sollten diese 7 – 12 cm lang sein. Um Köderfischen Leben einzuhauchen, müssen diese durch die entsprechende Führung animiert werden und dazu eignet sich ideal die Dropshot Methode. Gerade zum Barschangeln im Winter ist diese Methode prädestiniert.

Barsch mit Dropshot

Schöner Winterbarsch – mit Dropshot an der Spundwand

Dropshot Montagen sind nicht nur im Sommer effektiv, sondern auch zum Barschangeln im Winter eine der besten Methoden. Mit einem schweren Drop Shot Blei kann ein Köder so fast unbegrenzt lange an einer Stelle gehalten – und durch leichtes Zucken der Rutenspitze animiert werden. Diese Köderführung gibt dem trägen Winterbarsch genügend Zeit, um sich für eine Attacke zu entscheiden. Da sich der Köder reizvoll bewegt, werden auch erfahrene Barsche nicht skeptisch. Der Köder sollte hier nur leicht über Grund in Höhe der Barsche angeboten werden. Gerade auch beim Eisangeln auf Barsche ist die Drop Shot Montage eine gute Wahl, um die Burschen unter dem Eis hervorzulocken.

Wer im Winter Barsch angeln möchte und die 5 Tipps umsetzt, der wird – mit ein wenig Geduld – bestimmt bald Barsche im Winter an den Haken bekommen. Also warm anziehen und ab ans Wasser, denn bei aller Theorie: Gefangen wird nur am Wasser! Und für einen schönen Winterbarsch lohnt sich der Aufwand allemal.

Fotos: (1) Perez (2) (3) (4) Ensinger

Wie hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Klicken Sie auf einen Stern für die Bewertung

Durchschnittliche Bewertung / 5. Anzahl Bewertungen:

 

Ein Kommentar zu “5 Tipps zum Barschangeln im Winter”

  1. Neeltje sagt:

    Ich wusste gar nicht, dass in der heutigen Fischerei der Fokus so auf dem Kunstköder liegt. Ich war das letzte Mal angeln, als ich ein Kind war. Ich denke, ich bevorzuge klar den Naturköder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Auch interessant
Fische finden im Jahresverlauf

Jederzeit Fische fangen!

Manche Angler sprechen von der sogenannten Saison. Andere angeln das gesamte Jahr hindurch – und das mit Erfolg. Wo DU im gesamten Jahresverlauf die Fische findest und natürlich auch fangen kannst, erfährst DU in diesem Artikel.

Süßwasserfische in Südeuropa durch Klimakrise stark bedroht

Internationales Forscherteam fordert Schutzmaßnahmen

Ein internationales Forscherteam schlägt Alarm: In den Mittelmeerregionen, vor allem in Griechenland, Spanien und Portugal, nimmt der Fischbestand in Flüssen und Seen rapide ab und Fischarten sterben aus. Die Forscher fordern, dass Schutzprogramme die zukünftigen Veränderungen der Lebensbedingungen stärker berücksichtigen sollten.

NEWSLETTER ABONNIEREN

Kostenlos bestellen und immer die besten Angebote & Veranstaltungen im Postfach haben.