Vater und Sohn beim Angeln: Der DAFV hat Strafanzeige gegen die PETA gestellt.

DAFV gegen PETA

Deutscher Anglerverband erstattet Strafanzeige gegen Tierrechtsorganisation
Inhalt

    In einem kürzlich erschienenen Blog Eintrag ruft die selbsternannte Tierschutzorganisation Peta zur aktiven Überwachung und Störung von Anglern durch unbeteiligte Personen auf. Der deutsche Anglerverband hat deshalb nun Strafanzeige erstattet. Durch zweifelhafte Aktionen gegen Einzelpersonen, sowie eine undurchsichtige Finanz- und Spendenpolitik steht Peta immer wieder in der Kritik. Nun soll die Gemeinnützigkeit der Organisation geprüft werden.

    Tierrechtler gegen Angler

    “Angler in Sicht: Die besten Tipps was Sie tun können”, so lautet der Titel eines kürzlich auf der Internetseite des deutschen Ablegers von PETA erschienen Beitrags. Die Tierrechtsorganisation richtet sich in dem Artikel an unbeteiligte Dritte, die an Gewässern auf Angler treffen. Unter anderem rufen die Aktivisten Passanten dazu auf, Angler mit Filmaufnahmen zu überwachen, die Ausübung der Fischerei zu stören und aktiv gegen den Willen des Anglers etwaige gefangene Fische zu befreien. Der Deutsche Angelfischerei Verband (DAFV) sieht darin unter anderem einen öffentlichen Aufruf zu Straftaten und den Tatbestand der Volksverhetzung und hat nun Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin erstattet.  Der deutsche Ableger der Peta macht schon seit längerer Zeit mobil gegen Angler. Dabei gehen die Tierrechtler immer wieder mit teilweise bedenklichen Maßnahmen gegen Vereinigungen und Einzelpersonen vor. Statt in einen Dialog zu treten werden Angler von Seiten der PETA als grausame Tierquäler regelrecht dämonisiert.

    In Deutschland geben über sechs Millionen Menschen an, mindestens einmal im Jahr zu angeln. Die Angler sind dabei eine nicht zu vernachlässigende Interessengruppe, deren Mitglieder in sämtlichen gesellschaftlichen Schichten anzutreffen sind. Unter dem Deckmantel des Tierschutzes zu teilweise strafrechtlich relevantem Verhalten gegen einen derart große Bevölkerungsgruppe aufzurufen, ist laut DAFV, demnach durchaus eine zweifelhafte Praxis. Hier wird weder ein sinnvoller gesamtgesellschaftlicher Diskurs gefördert, noch werden die Argumente der Gegenseite gehört oder anerkannt. Das ist gerade hinsichtlich der Argumente relevant, welche die PETA gegen Angler ins Feld führt, die so auf den deutschen Angelsport nur bedingt bis gar nicht anwendbar sind.

    Angelsport in Deutschland

    Deutschland nimmt in der Organisation des Angelsportes in vielerlei Hinsicht eine Vorreiter Stellung ein. Durch sorgfältige Hegemaßnahmen leisten Fischereivereine und Verbände einen aktiven Beitrag zu Gewässerpflege und Naturschutz. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des IGB, wirkt sich eine Bewirtschaftung durch Angler deutlich positiv auf die Artenvielfalt von Gewässern aus. Angler sind demnach nicht nur Nutzer der Gewässer, sondern auch aktiv durch verschiedenste Maßnahmen an deren natürlichen Entwicklung und Pflege beteiligt. Anders als beispielsweise in den USA werden diese Maßnahmen zum größten Teil von den Vereinen und Verbänden selbst getragen und fallen dem Steuerzahler nicht zur Last. Angler haben somit ein deutlich höheres Interesse an der Erhaltung der Natur und der nachhaltigen Bewirtschaftung von Gewässern als der durchschnittliche Bürger. Eine Tatsache, die auch Naturschutzorganisationen immer häufiger anerkennen. Gleichzeitig bedeutet Naturschutz nicht zwangsweise Tierschutz. Umfassende Maßnahmen zur Eindämmung von invasiven Tierarten von staatlicher Seite, machen dies deutlich.

    “Kaum ein anderes Land nimmt den Angler als Nutzer der Natur dermaßen in die Pflicht wie es in Deutschland geschieht”, heißt es von offizieller Stelle des DAFV. Gemeint ist hiermit die umfassende Ausbildung, der sich ein Sportangler zum Erlangen der Fischereiberechtigung unterziehen muss. Mit dem Erhalt des Fischereischeins verpflichtet sich jeder Angler, das Lebewesen Fisch nach den geltenden gesetzlichen Standards des Tierschutzes zu behandeln. Weiterhin weist die Präsidentin des DAFV, Dr. Christel Happach-Kasan, auf die Nachhaltigkeit des selbst gefangenen Fisches als Lebensmittel hin. “Angler, die sich selbst mit Fisch versorgen, handeln deutlich saisonaler, regionaler und nachhaltiger als der durchschnittliche Fleisch Konsument”, heißt es etwa in der diesbezüglichen Pressemitteilung des DAFV. Auch die Argumente der PETA, die in dieser Hinsicht den hohen Quecksilbergehalt und hohe Antibiotika Werte in Fischfleisch aus kommerzieller Meeresfischerei beziehungsweise Aquakultur anführen, erweisen sich unter diesen Gesichtspunkten als völlig haltlos.

    Tierrechtler in der Kritik

    Der DAFV ruft weiterhin von offizieller Seite dazu auf, Spenden an die PETA zu überdenken. Tier- und Naturschutz sei laut dem deutschen Angelfischerei Verband ein gesamtgesellschaftlich unterstützenswertes Ziel, Konsumenten sollten allerdings darüber Nachdenken ob PETA diese Interessen in ausreichendem Maße vertritt. Der sich rein durch Spenden finanzierende Verein sah sich in den vergangenen Jahren in dieser Hinsicht bereits mehrfach Kritik ausgesetzt. So flossen in den Jahren 2017/18 etwa nur 2,12 % Prozent des Spenden Budgets tatsächlich in den karitativen Tierschutz. So bewertete Stiftung Warentest die Organisation bereits im Jahr 2013 als unzureichend in den Punkten Organisation, Transparenz und Mitbestimmungsrecht. Tatsächlich ist ein Vereinsbeitritt als stimmberechtigtes Mitglied nicht möglich. All die oben genannten Tatsachen werfen laut der Pressestelle des DAFV die Frage auf, “ob es der PETA tatsächlich um den bedingslosen Tierschutz auch abseits von Spenden einbringenden Themen geht”.

    Tatsächlich scheint die Tierrechtsorganisation vorrangig medienwirksame Themen zu verfolgen. So wird regelmäßig zu Aktionen aufgerufen, die außer einem symbolischen Charakter kaum nennenswerte Auswirkungen haben. Die Forderung des Vereins, den Namen der Gemeinde “Fischen” im Allgäu in “Wandern” umzubenennen, beispielsweise dürfte kaum echte Auswirkungen auf die Probleme haben, mit denen sich heimische Fischarten durch Zerstörung und Verlust ihres Lebensraumes konfrontiert sehen. Daran, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und beispielsweise sichere Aufstiegsmöglichkeiten für Wanderfische zu schaffen und Uferabschnitte zu renaturieren, scheint von Seiten der Tierschützer kein Interesse zu bestehen. Dabei ist genau dies ein Thema für das deutschen Sportangler Organisationen seit Jahren kämpfen und das durchaus mehr Öffentlichkeitswirksamkeit vertragen könnte. Anstatt sich also mit den Anglern an einen gemeinsamen Tisch zu setzen und nachhaltig zum Wohl heimischer Fische beizutragen, setzt die Organisation auf Diffamierung von Einzelpersonen und ruft medienwirksam dazu auf Angler unter den Generalverdacht der Tierquälerei zu stellen. All jenes sollten am Natur- und Tierschutz Interessierte, laut DAFV, im Hinterkopf behalten, wenn es darum geht die beste Organisation für die eigene Spende auszuwählen.

    Verschiedene Stimmen fordern nun der PETA die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Neben der Bundestagsfraktion der FDP fordert nun auch eine Petition an das Finanzamt Stuttgart diesen Schritt. Mit der Einstufung als gemeinnützige  Organisation gehen in Deutschland verschiedene steuerliche Vergünstigungen und Förderungen einher. Wer dies, wie die PETA, jedoch nutzt, um zu strafrechtlich relevante Handlungen aufzurufen, muss mit einer Streichung von Förderung und Vergünstigung rechnen, so die Bundestagsabgeordneten.

    Angler in der Pflicht

    Zu guter letzt liegt es auch in der Verantwortung jedes einzelnen Petrijüngers, ob das Bild, welches die PETA von Anglern propagiert, auch so in die öffentliche Meinung eingeht. Alle Bemühungen von öffentlicher Seite, das Angeln in ein positives Licht zu rücken, können nur dann erfolgreich sein, wenn wir uns am Wasser auch dementsprechend verhalten. Es gilt also das Bild der “betrunkenen und aggressiven Gruppe von Anglern”, das im oben genannten Blogartikel heraufbeschworen wird, durch das eines achtsamen Menschen, der sein Hobby im Einklang mit der Natur ausübt, zu ersetzen. Denn nichts nimmt der PETA mehr den Wind aus den Segeln als Angler, die öffentlich den Respekt vor der Natur, den verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebewesen Fisch und den Schutz unserer heimischen Gewässer vorleben. Dazu gehört die Beseitigung des eigenen und fremden Mülls am Gewässer genauso wie der freundliche Kontakt zu interessierten Passanten und die dementsprechende Erziehung von Junganglern. Nur so können Angler künftig als gleichberechtigte Interessengruppe in der Gewässernutzung wahrgenommen und ein gemeinsamer gesellschaftlicher Konsens gefunden werden.

    Quelle: https://dafv.de/referate/aktuelles/item/318-deutscher-angelfischerverband-erstattet-strafanzeige-gegen-die-selbsternannte-tierrechtsorganisation-peta.html

    Foto: DAFV, Johannes Arlt

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